29.04.2020

Schnittgutsammlaktion in zwei Großbottwarer Streuobstwiesengebieten
erfolgreich abgeschlossen

© LEV Ludwigsburg

In diesem Jahr fand zum ersten Mal eine kostenlose Schnittgutsammelaktion in der Stadt Großbottwar statt, welche gemeinsam von den drei Kooperationspartnern Landschaftserhaltungsverband Landkreis Ludwigsburg e.V. (LEV), Stadt Großbottwar und Obst- und Gartenbauverein Großbottwar – Hof und Lembach – Winzerhausen e.V. (OGV) organisiert worden war.
Die in den beiden Streuobstgebieten Köchersberg-Breitloh und Geiernest-Schmutzenhorn angebotene kostenlose Sammlung von Schnittgut wurde kurz vor Ostern mit dem Häckseln des gesammelten Schnittgutes erfolgreich abgeschlossen.

Der LEV, die Gemeinde und der OGV übernahmen die Planung, Koordination und Betreuung des Projekts, die Finanzierung erfolgte durch den LEV und die Stadt. Das Sammeln und Häckseln des Schnittguts wurde vom Maschinenring Rems-Murr-Neckar-Enz e.V. durchgeführt.

Die Aktion bot den Streuobstwiesenbesitzern in den beiden Streuobstgebieten die Möglichkeit, das bei der Pflege ihrer Streuobstwiesen anfallende Schnittgut an bestimmten Wegen am Rande ihrer Grundstücke abzulegen und von dort kostenlos abtransportieren zu lassen.
Ingesamt kam bei der Aktion rund 130 Kubikmeter Hackschnitzel zusammen – davon 50 Kubikmeter im Bereich Geiernest-Schmutzenhorn und 80 im Gebiet Köchersberg-Breitloh. Gewann zusammen. Da bei der Obstbaumpflege fast auschließlich Schwachholz anfällt, handelt es sich dabei um eine beachtliche Menge.  Allen Streuobstwiesenbesitzern und Obstbaumpflegern, die an der Aktion teilgenommen und ihre Obstäume gepflegt haben, gilt unserer besonderer Dank für ihr tolles Engagement!    

Das Angebot zum kostenfreien Abtransport des bei der Pflege von Streuobstbäumen anfallende Schnittguts hatte zum Ziel, den Streuobstwiesenbesitzern die Pflegearbeiten an ihren Obstbäumen zu erleichtern und diese vor allem auch dazu zu motivieren, langjährig ungepflegte Obstbäume wieder auf Vordermann zu bringen. Letztlich diente die Aktion damit dazu, den Pflegezustand der Großbottwarer Streuobstwiesen zu verbessern und damit zum Erhalt dieser sehr artenreichen Lebensräume beizutragen.

Die von den Streuobstwiesenbesitzern an den Sammelwegen deponierten kleinen Schnittguthaufen wurden zunächst von einem mit Frontlader und Greifschaufel ausgerüstetem Schlepper zu größeren Haufen zusammengeführt. Das so konzentrierte Schnittgut wurde dann in einem zweiten Schritt einer großen Häckselmaschine zugeführt.
Die Hackschnitzel werden zunächst in einem Zwischenlager deponiert und später in einem kommunalen Heizwerk einer energetischen Verwertung zugeführt.

Hintergrund:
Nach einer Erhebung aus dem Jahr 2009 bilden rund 16.700 Obstbaum-Hochstämme das Rückgrat der Großbottwarer Streuobstwiesen. In Großbottwar werden – wie im ganzen Land – viele Streuobstbäume nur noch unregelmäßig oder gar nicht mehr gepflegt. Aufgrund ihres schlechten Pflegezustandes droht den für Mensch, Flora und Fauna als Lebensraum gleichermaßen wichtigen „Nutzungsbiotop“ Streuobstwiesen daher der schleichende Tod. Die neuesten Erhebungen der Universität Hohenheim (2019) bestätigen diese Entwicklung. Sie zeigen, dass die Streuobstbestände landesweit um 20% zurückgegangen sind.

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