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Deutscher Landschaftspflegepreis 2026 geht in den Landkreis Ludwigsburg

Preisverleihung Deutscher Landschaftspflegepreis

Insektenscheuche der Fa. Fischer wurde vom LEV LB vorgeschlagen und vom DVL ausgezeichnet!
(Foto: Peter Roggenthin)

Landrat Allgaier würdigt Innovationskraft der Region

Landrat Dietmar Allgaier, Vorsitzender des Landschaftserhaltungsverbands Landkreis Ludwigsburg e.V., betont die besondere Bedeutung der Innovation: „Gerade in der kommunalen Grünpflege stehen Verkehrssicherheit, ein sauberes Mähergebnis und eine robuste Technik im Vordergrund. Dass im Landkreis Ludwigsburg nun eine Lösung entwickelt wurde, die diese Anforderungen erfüllt und gleichzeitig einen wirksamen Beitrag zum Erhalt der Insektenvielfalt leistet, zeigt den Innovationsgeist unserer Region und ist ein wichtiger Schritt für mehr Biodiversität in Kommunen und Landwirtschaft.“

Neuartige Technik schützt Insekten bei der Mahd

Jedes Jahr werden in Deutschland bei der Mahd von Wiesen sowie bei der Pflege von Straßen- und Schienenbegleitgrün hunderte Milliarden von Insekten unbeabsichtigt verletzt oder getötet. Gleichzeitig ist die regelmäßige Mahd unverzichtbar – sowohl für die Futter- und die Biomasseproduktion als auch für die Verkehrssicherheit sowie den Erhalt artenreicher Wiesen, darunter die europaweit geschützten FFH-Mähwiesen.

Mit dem Produkt wurde eine praxistaugliche Lösung entwickelt, die den Insektenschutz deutlich verbessert. Die pneumatische „Insektenscheuche“ wird vor dem Mähwerk angebracht und verdrängt Insekten bereits vor dem eigentlichen Mähvorgang aus dem Gefahrenbereich. Untersuchungen der Universität Hohenheim aus dem Jahr 2025 belegen, dass sich die Insektenverluste – je nach Artengruppe – um 46 bis 64 Prozent reduzieren lassen.

Große Wirkung durch einfache Anwendung

In seiner Laudatio hob Andreas Fallert, Geschäftsführer des Landschaftserhaltungsverbandes Landkreis Ludwigsburg e.V. und Mitautor der VDI-Richtlinie zur biodiversitätsschonenden Mähtechnik im Straßenbegleitgrün, insbesondere die hohe Praxistauglichkeit hervor: „Als niedrigschwellige Innovation mit großer Wirkung setzt der insektenschonende Mähkopf ein wichtiges Signal. Die Technik stößt bei Landwirten, Bauhofmitarbeitenden und Straßenmeistereien gleichermaßen auf hohe Akzeptanz und besitzt deshalb großes Potenzial – weit über Deutschland hinaus.“

EcoCut_Ingersheim

Hintergrund

Der Deutsche Landschaftspflegepreis wird seit 2005 jährlich vom Deutschen Verband für Landschaftspflege (DVL) verliehen. Als Dachverband von rund 200 Landschaftspflegeorganisationen – darunter Landschaftspflege- und Landschaftserhaltungsverbände, Lokale Aktionen und Biologische Stationen – zeichnet der DVL herausragende Projekte sowie außergewöhnliches Engagement von Personen, Organisationen und Unternehmen für den Erhalt der Kulturlandschaft und der biologischen Vielfalt aus.

Der LEV Ludwigsburg ist eine von über 200 Landschaftspflegeorganisationen, die sich auf Bundesebene zum DVL zusammengeschlossen haben. Seine Mitglieder arbeiten mit rund 15.000 landwirtschaftlichen Betrieben, darunter knapp 2.000 Schäfereien, für den Naturschutz eng zusammen. Die im DVL zusammengeschlossenen Verbände sind rechtlich selbständige Zusammenschlüsse von Vertreterinnen und Vertretern aus Landwirtschaft, Naturschutz und Kommunen, die sich gemeinsam für den ländlichen Raum und den Erhalt artenreicher Kulturlandschaften einsetzen. Die verschiedenen Gruppen wirken innerhalb des DVL und seiner Verbände gleichberechtigt und freiwillig zusammen.

Weitere Informationen unter: www.dvl.org


Saatgutbereitstellung für überjährige und mehrjährige Brachen

Gestalten Sie mit uns gemeinsam eine blühende Zukunft für unsere Offenlandbrüter!

Wir freuen uns, Ihnen unentgeltlich speziell entwickelte Saatgutmischungen für ÖR 1a-Flächen anbieten zu können und damit freiwillig Stilllegungsflächen für Offenlandbrüter aufzuwerten. Durch die Einsaat und die überjährige Standzeit schaffen Sie wertvolle Lebens- und Bruträume für Offenlandbrüter.

Hier finden Sie das Infoschreiben mit Detailinformationen sowie das Bestellformular.

Bitte bestellen Sie rechtzeitig vor Ihrer Aussaat! Wir versuchen das Saatgut zeitnah zu liefern. Alternativ ist nach Absprache auch eine Abholung in Ludwigsburg möglich.

Einfach das Formular ausfüllen und an johanna.klebe@lev-ludwigsburg.de oder andreas.fallert@lev-ludwigsburg.de senden.

Informationen zur Ökoregelung 1a finden Sie zusammengefasst im Merkblatt ÖR 1a.

Blühfläche

Gefördert durch:


Lichtacker-Projekt

Seit 2023 verbinden Landwirte mit der Unterstützung des LEV durch unser Lichtacker-Projekt hochwertige Nahrungsmittelproduktion und Biodiversität.

Hier finden Sie alle wichtigen Informationen.

Bei Interesse senden Sie einfach eine E-Mail an andreas.fallert@lev-ludwigsburg.de oder rufen Sie uns unter 07141 144 43165 an.

Lichtacker

Gefördert durch:



Wildpflanzenbiogas – Energie gewinnen und Lebensräume schaffen

Wildpflanzenbiogas – blühende Wildpflanzenmischung
Wildpflanzenbiogas verbindet Energieerzeugung mit Biodiversität.

Biogas muss nicht nur aus Mais kommen: Mehrjährige Wildpflanzenmischungen verbinden Energieerzeugung mit aktivem Naturschutz. Bunte Bestände aus heimischen Wild- und Kulturpflanzen bieten über viele Monate Nahrung für Insekten und gleichzeitig Schutz und Rückzugsräume für Wildtiere. Zur Blütezeit verwandeln sie landwirtschaftliche Flächen in farbenfrohe Lebensräume und werten damit auch das Landschaftsbild auf.

Auch aus landwirtschaftlicher Sicht bietet der Anbau interessante Vorteile. Die Mischungen können mehr als fünf Jahre genutzt werden, ohne dass jährlich Bodenbearbeitung und Neuansaat erforderlich sind. Dadurch sinken Arbeitsaufwand und Maschinenkosten. Gleichzeitig werden Bodenerosion und Nährstoffverluste reduziert und die Humusbilanz kann verbessert werden. Je nach Standort und Mischung kann zudem weitgehend auf Pflanzenschutzmittel und Düngung verzichtet werden.

Ein weiterer Vorteil zeigt sich bei der Ernte: Der späte Erntezeitpunkt ab Ende Juli reduziert das Risiko, dass Bodenbrüter und Jungtiere während der Mahd zu Schaden kommen. Durch eine gestaffelte Ernte können außerdem dauerhaft Rückzugsräume auf der Fläche erhalten bleiben.

Für die Ansaat stehen verschiedene Mischungen für die Frühjahrs- sowie die Sommer-/Spätsommeraussaat zur Verfügung. Nach einer sorgfältigen Etablierungsphase entwickeln sich die Bestände über mehrere Jahre weiter und liefern dabei wertvolle Biomasse für die Biogasanlage. Ab dem dritten Anbaujahr sind unter geeigneten Bedingungen etwa 12–16 t organische Trockenmasse pro Hektar möglich. Das Erntegut lässt sich wie gewohnt silieren und kann problemlos gemeinsam mit Mais oder anderen Substraten vergoren werden.

Wildpflanzenbiogas zeigt damit, dass Landwirtschaft, erneuerbare Energie und Biodiversität kein Widerspruch sein müssen – sondern sich sinnvoll ergänzen können.

Lesen Sie hierzu gerne auch unser Merkblatt:


→ Merkblatt Wildpflanzenbiogas herunterladen

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(aktualisiert: 20.08.2026)